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WALLISER

SCHWARZHALSZIEGE

sie wurde auch

Gletschergeiss, Sattelziege, Zottelgeiss, Vispentalerziege und Halserne

genannt

 

 

Laut historischer Walliser Berichten, wurde die Schwarzhalsziege 930 n.Chr. mit der Einwanderung afrikanischer Völker nach Unterwallis eingeführt und hat sich dort schnell über das ganze Oberwallis verbreitet und verdrängte nach und nach die gemsfarbige Gebirgsziege.

Nach Julmy stammt diese Rasse ursprünglich aus dem Vispertal einem Seitental der Rhone. 1887 begann die gezielte Rassenzucht ihren Weg, nach Anderegg lautet die Beschreibung der Walliserziege wie folg (Zitat: Abschrift gemäss damaliger Original Veröffentlichung):

»Die Sattelziege ist ein großes, starkes und wohlgebautes Thier mit gemsenartigen, kräftigen Beinen. Die vordere Hälfte des Thieres (Kopf, Hals, Brust, Vorderbeine und der Rumpf bis hinter die Schulterblatter) ist schwarz und die hintere Hälfte rein weiss. Der Haarwuchs der Sattelziege ist dichter und länger als bei allen übrigen Schweizer Ziegen und verleiht dem Thier etwas fremdartig Eigenthümliches, zumal Bock und Ziege mit starken Hörnern versehen sind. Der Bock ist mit einem starken Bart und üppigem, über die Augen niederfallendem Haarbüschel auf der Stirn geziert Das Gehörn erreicht beim Bock eine Lange von 50 cm und darüber und hat an der Basis einen Durchmesser von 7-8 cm. Der Milchertrag ist geringer als bei den übrigen schweizerischen Hausziegen, dagegen liefert sie mehr und sehr schmackhaftes Fleisch.«

 

Die Widerristhöhe und das Gewicht war im vergleich zu anderen Rassen hoch, bei der Geiss ca. 75 cm und 50 kg. Die Milchleistung relativ gering ca. 2 Liter, da sie diese Leistung ohne Verfütterung von Kraftfutter gab, straft es den Wortlaut relativ gering. Die Schwarzhalsziege widersprach jeglichen Zuchtzielen (hohe Milchleistung, kurzhaarig und hornlos).

 

Die Nachfrage des Auslandes stieg Ende des 1900 obwohl die Schwarzhalsziege dem allgemein gültigem Zuchtziel nicht entsprach. Nach Italien, Deutschland, Frankreich. Österreich und die Niederlande wurden Herden exportiert. In Deutschland jedoch fasste die Schwarzhalsziege keinen Boden dies verdankte sie Maßgeblich Dettweiler, welcher der Meinung war, dass Hörner ein sinnloses Gewächs seien. Er schrieb:

»Je wehrloser das Tier ist, umso leichter ist es mit ihm umzugehen. Das kann in Anbetracht des Umstandes, dass recht oft kleine Kinder der Ziegenbesitzer die Fütterung besorgen müssen, nur erwünscht sein

»Außerdem beschäftigen sich die meist recht unruhigen Tiere in ihren Mußestunden häufig damit, mit den Hörnern die Mauern des Stalles, die Raufen usw. zu demolieren, so dass ganz überflüssige Reparaturkosten entstehen. Also fort mit den Hörnern!«

 

Die Schwarzhalsziege ist eine der größten Ziegen der Alpen, ihre Nahmen verdankt sie dem Vorderkörper - Kopf, Hals, Vorderbeine, bis hinter die Schulter - ist schwarz der Hintere Teil ist hingegen komplett weiß. Ihr zotteliges langes Fell kann den Boden erreichen (Zottelziege), die Stirnhaare verdecken gerne die Augen. Der Bart des Bockes ist stark und Lang. Die damalige Schwarzhalsziege war gut und kräftig gebaut Stirn und Maul waren breit ihr Kopf war kurz die Lende war breit, das Kreuz schwach geneigt der Rücken gerade, ihre Kräftige Gestalt und ihre Ausdauer brachen ihr den Zusatznahme Gletschergeiß.

 

 

Ihre Entwicklung schließt sie nicht mit den üblichen 3 Jahren, sondern erst mit 4-5 Jahren ab und ist eher späht Geschlechtsreif.

Laut Sambraus machte der Schwarzhalsziegenbestand nur gerade mit 6%, 13080 Tieren, der Gesamtzahl der Schweizer Ziegen aus. Bis 1961 waren es noch 2,5% bis 1977 verringerte sich der Bestand auf 641 Herdebuchtiere, das Aussehen der Rasse hat sich im Verlaufe der Zeit nicht verändert.

Ab 1980 steigt die Zahl der Herdebuchtiere wieder an, diese hielt sich bis 1989

Die Seuche CAE greift dann Folgeschwer in die Bestandeszahl ein, den 83% aller Ziegen sind CAE positiv, die Gefahr der hohen Inzuchtgrade steigt, man muss die Hilfe Italiens in Anspruch nehmen um die Rasse zu sichern und Importiert einige aus der lange zuvor nach Italien exportierten Walliser Schwarzhalsziege um deren Zuchtlinie zu sichern.

 

Staatliche Maßnahme zur Forderung der Tierzucht (Auszug)

Erhaltung der Walliser Schwarzhalsziege

Bei der Walliser Schwarzhalsziege handelt es sich um eine Rasse, deren Bestand eine Grosse von rund 2'500 Tieren aufweist und über Jahre stabil ist. Es kann daher nicht von einer direkten Gefahrdung gesprochen werden. Jedoch weisen die Paarungen einen derart hohen Inzuchtgrad auf, dass im Hinblick auf einen langfristigen Erhalt der Rasse eine bedrohliche Situation besteht.

 

1997 lag der Inzuchtgrad im Durchschnitt bei 6.95% (Ziegen). bzw. 6.16% (Bocken) mit einem Maximum von 47 27% (Ziegen) und 44.43% (Bocken). Ziel des Schweiz. Ziegenzuchtverbandes ist es, mit geeigneten Maßnahmen die Inzucht innerhalb der Projektdauer auf ungefähr 3% zu senken.

 

• Forderung der Aufzucht von Jungbocken mittels einer Prämie. Die Anzahl von bisher ungefähr 100 Jungbocken soll auf 150 Tiere gesteigert werden, um eine gezieltere Auswahl zu ermöglichen. Die Prämie wird fällig, wenn ein Jungbock an der Herbstschau mit mindestens den Noten 3/3 punktiert wird.

• Prämie für Paarungen mit möglichst tiefem Inzuchtgrad. Der Züchter meldet die zu deckenden weiblichen Tiere und die dafür vorgesehenen Bocke der Herdebuchstelle, damit diese die Inzuchtgrade der Paarungen berechnen kann. Die Prämie wird im Herbst fällig, wenn alle Paarungen eines Zuchtbetriebes der Herdebuchstelle gemeldet worden sind und der Durchschnitt der Inzuchtgrade aller Paarungen bei maximal 4% liegt. Zudem darf keine Paarung einen oberen Grenzwert des Inzuchtgrades von 25% überschreiten. Es ist vorgesehen diesen Grenzwert jährlich zu senken

• Mit regelmassigen Informationsveranstaltungen sollen die Züchter über den Sinn, den Verlauf und die Resultate des Projekts informiert werden.

 

 

Spermaproduktion bei gefährdeten Ziegenrassen

Während einer Zeitspanne von drei Jahren wird von besonders wertvollen Böcken sämtlicher gefährdeter Ziegenrassen Samen gewonnen und gelagert. Die Schaffung einer Genreserve über die Anlage einer Samenbank dient der Erhaltung von raren Blutlinien und somit der Diversität. Die Samengewinnung, -verarbeitung und -lagerung wird vom Schweiz. Verband für künstliche Besamung übernommen.

Für die Auswahl der Böcke und den späteren Einsatz der Samendosen

ist der Schweizerische Ziegenzuchtverband verantwortlich:

http://www.caprovis-data.ch/szzv/de/default.htm

 

Vorkommen der Walliser Schwarzhalsziege In Deutschland:

http://www.genres.de/tgrdeu/

 

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Forschungsstation für Ziegen und Zwergziegen

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