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STIEFELGEISS

 

Helfen Sie mit, bedrohtes

Kultur-  und Erbgut

zu erhalten

 

Nachfolgendes Text- Bildmaterial wurde uns freundlichst von

Pro Specie Rara zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Wir danken Pro Specie Rara für die gute Zusammenarbeit.

Sämtliche Bilder und Texte auf dieser Seite sind

durch Pro Specie Rara urheberrechtlich geschützt.

© 2003 by Pro Specie Rara

PSR Insider

 

 

 

Tierbestand:

Bestandesentwicklung:

Nutzung:

Anzahl Züchter:

Zuchtziel:

Total 422, m Tiere 46, w Tiere 376 Stück (6.2002)

stabil

Fleisch und Hobby

87

Folgende Ziele sollen mit natürlichen Methoden in eher extensiver

Haltung erreicht werden. Die Haltungsbedingungen sollten dem

natürlichen Lebensraum und Verhalten der Ziegen soweit als

möglich entsprechen:

- Robustheit, Geländegängigkeit, Gesundheit, frei von Erbfehlern.

- Gute Fruchtbarkeit.

- Gute Aufzuchteigenschaften und ausreichende Milchproduktion.

- Hohe Lebensdauer.

- Gute Mastfähigkeit.

Widerristhöhe:

Gewicht:

Ziegen 67 bis 77 cm, Böcke 75 bis 85 cm.

Ziegen 35 bis 50 kg, Böcke 65 bis 80 kg.

 

Diese Rasse ist vom Aussterben bedroht!

Die Stiefelgeiss gehört zu den Gebirgsziegenrassen und stammt aus dem Sarganserland - Walensee. Dort mussten die Tiere nicht selten bei kargem Futter, bei Schnee Kälte überleben und lange Fussmärsche bewältigen. So war die Robustheit eine Anforderung ersten Grades, die Milchleistung stand nie an erster Stelle. Die sehr vitalen Tiere weiden bei der Sömmerung auf der Alp in den höchsten Höhen und werden oft mit den Steinböcken.

Charakteristisch ist eine brauen oder schwarze Zeichnung am Kopf, Rücken und Beinen. Grannenhaare auf dem Rücken (Mänteli) und der Hinterhand (Hösli) sind weitere Merkmale der Stiefelgeissen.

 

Herkunft und Entwicklung

Die Stiefelgeiss hat ihr Ursprungsgebiet im St. Galler Oberland (Walensee - Flums - Weisstannental - Taminatal), im Kanton Glarus und in den angrenzenden Gebieten. Sie ist ein lokaler Schlag der im Kanton Graubünden vertretenen gehörnten, gemsfarbigen Gebirgsziege und gehört damit zu den Gebirgsziegenrassen. An der Landwirtschaftssausstellung 1909 wurde die Stiefelgeiss erstmals als eigenständige Rasse vorgestellt. Aus diesen Jahren gibt es auch Aufzeichnungen von Exterieurbeurteilungen im Sarganserland. Doch bereits zuvor waren im St. Galler Oberland Namen wie «Heller Stiefel» oder «Oberländer dunkel» geläufig. Gar ein Oberländer «Edelstiefel» wird in einem von 1912' bis 1922 geführten Zuchtbuch der Ziegenzuchtgenossenschaft Weisstannen erwähnt. Das war vermutlich «ein ßraunstiefler», der sich auch farblich von den Gemsfarbigen unterscheidet und früher deutlich zahlreicher war als der «Schwarzstiefel». Die in dieser Gegend gehaltenen Gebirgsziegen galten damals als wenig produktiv, aber als sehr Standort angepasst.

Immer wieder gab es Versuche, Toggenburger- oder Strahlenziegen im Sarganserland einzuführen, die sich zwar nicht durchsetzen konnten, aber sicher $puren hinterliessen. Sogar Steinböcke sollen einen Einfluss auf die Rasse gehabt haben:

Die Stiefelgeiss hatte Mühe, sich zu halten, vor allem nachdem sie bei der Rassenbereinigung von 1938 nicht mehr als eigenständige Rasse anerkannt wurde und fortan unter den «Gernsfarbigen» oder «übrigen» Ziegen figurierten. Anfang der achtziger Jahre war die- se Gebirgsziege beinahe ausgestorben und wurde durch die Stiftung Pro Specie Rara im letzten Augenblick gerettet.

 

Heutige Verbreitung

IIn den ersten Jahren des Erhaltungsprojektes, das 1983 in Quinten gestartet wurde, standen die Zuchtgruppen vor allem in der Nordostschweiz. Anfang der Neunziger Jahre erwachte im St. Galler Oberland das Interesse an der Stiefelgeiss neu, so dass Sargans und das Weisstannental heute wieder Zuchtzentrum für die Stiefelgeiss sind. Daneben - das ist für die Rasse ebenfalls von grosser Bedeutung - gibt es .in der ganzen Schweiz Züchterinnen und Züchter, welche die Rassenerhaltung aktiv mittragen.  

 

Typisch Stiefelgeiss

Die Stiefelgeiss ist eine robuste, lebhafte, nicht auf Milch spezialisierte Gebirgsziege, die für eine extensive Haltung unter extremen topografischen und klimatischen Bedingungen, vor allem im Berggebiet gut geeignet ist. Im Gegensatz zu anderen Ziegenrassen ertragen die Stiefelgeissen die harten Wetterumschläge der Föhntäler problemlos, haben sie doch eine wesentlich dickere Haut. Die Stiefelgeiss ist gehörnt, von hellgrau-brauner bis dunkel-rotbrauner Farbe mit schwarzer oder brauner (Schwarz- oder Braunstiefel) Zeichnung an den Beinen. Typisch sind die langen Grannenhaare über dem Rücken (Mänteli) und an der Hinterhand (Hösli), die häufig dunkler sind als der Rest der Behaarung.

Immer wieder werden Stiefelgeisszüchterinnen und -züchter gefragt, welches die richtigen Stiefelgeissen seien, die hellen oder die dunklen, die braunen oder die schwarzen. Die Antwort ist ganz einfach: wir wollen die ganze Vielfalt an Farben. Obwohl es auch früher EinzeItiere ohne diese Merkmale gegeben hat, achtet der Stiefelgeissen-Züchterverein darauf, dass «Hösli» und «Mänteli» vorhanden sind, vor allem bei den Böcken und den Bockmüttern.

 

 

Rassenorganisation

Die Verantwortung für die Erhaltung und Förderung dieser Ziegenrasse wird vom Stiefelgeissen-Züchterverein Schweiz SGS wahrgenommen. Dieser Verein wurde 1993 anlässlich des zehnjährigen Projektjubiläums in Quinten gegründet, dort wo das Projekt seinen Anfang nahm. Er erfüllt heute alle Aufgaben, die zu einer Herdebuchzucht gehören.

Startete das Projekt mit total siebzehn Ziegen und vier Böcken, so waren es bei der Vereinsgründung 128 Ziegen und 35 männliche Tiere. Im 2002 sind 531 Ziegen und 136 Böcke im Herdebuch eingetragen.

Besonders erwähnenswert ist «der Meckerer», als gern gelesene an die sympathische Eigenart der Ziegenangepasste Vereinszeitschrift sowie die wieder aufgelebte Tradition der Hirtischau. Die Hirtischau ist eine traditionelle Tierausstellung die 1996 wieder aufgegriffen und in Sargans durchgeführt wurde.1997 fand erstmals ein Stiefelgeissen-Fest in Weisstannen statt, das seither jedes Jahr am Pfingstmontag durchgeführt wird (für das Jahr 2001 musste das Fest wegen des MKS-Ausbruches in England abgesagt werden), wo der Bevölkerung jeweils gut hundert Tiere gezeigt werden. Die Hirtischau hat sich in Kombination mit einem Bauernmarkt und vielen anderen Attraktionen zu einem grossartigen Fest entwickelt.

Der Gewinn des Stiefelgeissen-Festes fliesst in den Hirtifonds. Damit soll in Zukunft für die Stiefelgeissen eine «Hirti» oder eine Sömmerungsalp mit der dazu nötigen Infrastruktur eingerichtet werden.

Denn früher - typisch Stiefelgeiss - wurden sie im Weisstannental jeden Morgen einem Hirten übergeben, der mit der ganzen Dorfherde die vorgeschriebenen Weideplätze an den steilen Berghängen aufsuchte. Die Hirti soll nicht in Vergessenheit geraten!

 

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