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PFAUENZIEGE

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nachfolgendes Text- Bildmaterial wurde uns freundlichst von

Pro Specie Rara zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Wir danken Pro Specie Rara für die gute Zusammenarbeit.

Sämtliche Bilder und Texte auf dieser Seite sind

durch Pro Specie Rara urheberrechtlich geschützt.

© 2003 by Pro Specie Rara

PSR Insider

 

 

 

Tierbestand:

Bestandesentwicklung:

Nutzung:

Anzahl Züchter:

Zuchtziel:

 

 

 

 

Widerristhöhe:

Gewicht:

Total 682, m Tiere 96, w Tiere 586 Stück (6.2002)

steigend

Milch und Fleisch

120

Gesundheit, Widerstandsfähigkeit, Anpassungsvermögen.

Frühreife, Wüchsigkeit.

Fruchtbarkeit und Langlebigkeit.

Gute Raufutterverwertung.

Hohes Leistungsvermögen / Milch- und Fleischleistung.

Ziegen 70 bis 80 cm, Böcke 75 bis 85 cm.

Ziegen 50 kg, Böcke 70 kg.

 

 

Diese Rasse ist vom Aussterben bedroht!

Erstmals erwähnt wurde die Pfauenziege im Jahre 1887 unter dem Namen Prättigauer Ziege. Die damalige Beschreibung deckt sich weitgehend mit dem heutigen Erscheinungsbild. Nicht vom exotischen Vogel, sondern von den so genannten Pfaven, den charakteristischen, dunklen Streifen von der Hornbasis über die Augen bis hin zur Nase, stammt der Name.

Ein Schreibfehler (Pfauenziege statt Pfavenziege) wurde als treffend für dieses wunderschöne Tier empfunden und setzte sich schließlich durch. Ursprünglich im Kanton Graubünden beheimatet, ist diese stattlich gebaute und temperamentvolle Ziege heute über die ganze Schweiz verbreitet.

 

Der Name

Der Name Pfauenziege kommt nicht vom Pfau, auch wenn die Züchter dieser Ziege finden, sie sei die schönste, eben der Pfau unter den Ziegen. Der Name beruht auf einem simplen Schreibfehler. Ein Journalist schrieb Pfauen statt Pfaven. Pfaven heißen die seitlichen, schwarzen Bänder der Kopfzeichnung. In alten Beschreibungen finden wir Namen wie Prättigauerziege, grau-schwarze oder grau-schwarz-weisse Gebirgsziege, Halbetscha, razza nas (Tessin) oder Colomba (Bergeli). Der Name Pfauenziege setzte sich jedoch durch.

 

Herkunft und Entwicklung

Der Name setzte sich durch, die Rasse leider nicht gleichermaßen. Einschneidend war die Rassenbereinigung von 1938. Damals wurde die Pfauenziege als nichtförderungswürdig betrachtet und sozusagen zum Verschwinden verurteilt. Man glaubte, dass nur zwei Bündner Rassen (Gemsfarbige und Strahlenziege) tragbar seien. Aber die Züchter hielten bis zum heutigen Tage an ihrer Ziege fest und schafften es, ohne Förderungsmassnahmen zu überleben. Martin Grass aus Klosters machte sich vor allem um die Erhaltung der Rasse verdient.

Anfangs dieses Jahrhunderts tauchen die ersten Bilder der Pfauenziege auf, die sich bis auf kleine Details weitgehend mit den Tieren, die wir heute kennen, decken.

Nach dem zweiten Weltkrieg Ist es still geworden um die Pfauenziege. In den siebziger Jahren ist der Bestand bedenklich zurückgegangen. Bündner Züchter. und Experten wie Grass, Issler und Camastral erkannten die Gefahr des Aussterbens dieser Rassen und bemühten sich um die Anerkennung, die aber nicht erreicht werden konnte.

Es schien für diese Rasse zu spät zu sein. Viele Züchter hatten ihre Ziegen verkauft; Anfang der achtziger Jahre wurden in Graubünden nur noch rund zehn Züchter, davon die Hälfte mit weniger als fünf Ziegen, gezählt. Die Idee der Erhaltung der Rasse hatte aber Fuß gefasst und andere Förderer traten auf. Die neu gegründete Stiftung Pro Specie Rara warb unter anderem für die Erhaltung bedrohter Nutztierrassen. Die Bekanntheit der Rasse erhöhte sich in den achtziger Jahren, und die Nachfragen nach Tieren stieg.

 

Heutige Verbreitung

Die aus Graubünden verkauften Tiere und deren Nachkommen lebten in diversen Ställen über die ganze Schweiz verstreut weiter. Die Zucht fand außerhalb des Ursprungsgebietes ihre Fortsetzung. Eine Herdebuchführung gab es aber weiterhin keine, und Abstammungspapiere wurden nicht ausgestellt, obwohl gerade für eine so kleine Population das Kennen der Vorfahren zur Vermeidung von Inzucht bedeutend gewesen wäre.

Heute sind die Pfauenziegen in der ganzen Schweiz anzutreffen - vom Welschland bis in die Ostschweiz und von der Innerschweiz bis ins Bernbiet.

 

 

Eigenschaften

Die Pfauenziege ist eine typische Gebirgsziege. Sie liebt gut strukturierte und kräuterreiche Weiden, klettert gerne und mit Leichtigkeit. Pfauenziegen sind robust, widerstandsfähig und marschtüchtig. Sie sind eher große, schwere Ziegen. Die Gitzi haben einen guten Zuwachs und geben feine Ostergitzi.

Die Böcke haben kräftige, lange, oft weit ausladende Hörner. Charakteristisch für die Pfauenziege ist sicher die spezielle Zeichnung. Die vordere Körperhälfte ist vorwiegend weiß mit schwarzen Stiefeln. Schwarz sind auch die Pfaven, Hinterkopf und Maul. Auch die hintere Körperhälfte ist vorwiegend schwarz mit weißen Oberschenkeln, weißen Flanken- und Oberschenkelflecken und einem weißen Schwanz.

Diese Zeichnung wird recht dominant vererbt, so dass Kreuzungstiere fast gleich wie die echten Pfauenziegen aussehen.

 

 

Interessengemeinschaft für die Pfauenziege

Das Problem der fehlenden Herdebuchführung' wurde sowohl in Graubünden als auch im Schweizer Mittelland erkannt. Mit Hilfe der Zentralstelle für Kleinviehzucht in Bern begann der Aufbau von Zuchtbüchern. Bereits 1979 anerkannt der Kanton Graubünden die Pfauenziege als förderungswürdige Rasse und begann mit Aufzeichnungen über ldentität, Abstammung und Exterieur. Zehn Jahre später, 1989, wurde die erste Pfauenziege Zuchtgenossenschaft im Kanton Aargau gegründet. Der Kanton anerkannte kurz da.rauf die Pfauenziege ebenfalls.

Ausgehend von Pro Specie Rara, der Pfauenziegen- Zuchtgenossenschaft Aargau, dem Ziegengesundheitsdienst und dem Landwirschaftsamt Graubünden wurde 1992 die Interessengemeinschaft (IG) für die Pfauenziege ins Leben gerufen. Sie soll ein gemeinsames Dach für verschiedene regionale Aktivitäten für die Pfauenziege sein. So schlossen sich erst die St.Galler und später die Berner Züchter zusammen, um Herdebuchzucht zu betreiben. Seit der IG-Gründung ist es erstmals seit langem möglich, einen Überblick über die gesamte Rasse zu gewinnen. Die Kantone waren sofort bereit, die Ziegen anhand des von der IG erarbeiteten Pfauenziegenstandards zu beurteilen.

 

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Forschungsstation für Ziegen und Zwergziegen

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