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CAPRA GRIGIA

die graue Gebirgsziege

 

PSR Insider

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© 2003 by Pro Specie Rara

 

 

 

Tierbestand:

Bestandesentwicklung:

Nutzung:

Anzahl Züchter:

Zuchtziel:

Total 120, m Tiere 20, w Tiere 100 Stück (6.2002)

steigend

Fleisch, Alpwirtschaft, Hobby

25

noch keines definiert

 

Herkunft und Entwicklung

In verschiedenen Tessiner und Südbündner Talschaften wurde die graue Bergziege vor über 100 Jahren schriftlich dokumentiert. 1897 wurde sie, unterteilt in drei Farbschläge, aufgeführt: die Liviner-ziege, mittelschwer, von grauer bis schwarzer Farbe, meist gesprenkelt. Da dieser Schlag auch im Misox und im Calancatal vorkommt, wird er auch Misoxer Schlag genannt. Die Blenio-Valmaggia-Ziege (auch Lavizzarerziege genannt) ist kleiner als die Liviner, meist grau mit schwarzen Deckhaaren und schwarzen Füssen; und schließlich die Rivieraziege, die größer als die Livinerziege ist, ihr aber sonst sehr ähnlich sieht. Auch im Onsernonetal und im Centovalli war diese Rasse verbreitet.

Auch in anderen Alpentälern, wie zum Beispiel im Tirol und im Trentino (Italien), hat sich diese Rasse bis in die heutige Zeit gehalten. Aber auch an diesen Orten ist die graue Ziege vom Aussterben bedroht, da der graue Bestand immer mehr vernachlässigt wird.

In einem Gespräch mit einem ehemaligen Älpler, der über 50 Jahre den Sommer auf einer Alp in der Leventina verbrachte, konnte in Erfahrung gebracht werden, dass seit den fünfziger Jahren die graue Ziege nicht mehr gefördert wurde, im Gegensatz zur Nera Verzasca. Nur in den hintersten Ortschaften der Täler konnte die Capra Grigia überleben. Dadurch konnte sie ihre ursprünglichen Eigenschaften wie die Robustheit, die Genügsamkeit und Trittsicherheit auf den steilen Hängen erhalten und sogar noch fördern!

 

Heutige Verbreitung

Die Capra Grigia ist fast ausschließlich auf der Alpensüdseite anzutreffen, insbesondere im Misox und im Calancatal. Drei Zuchtgruppen stehen in der Westschweiz.

 

Typisch Capra Grigia

Grau wie Granit. Im Calancatal wird die Farbe der Capra Grigia mit gebrochenem oder gewaschenem Granit verglichen. Sie kommt in den verschiedensten Grautönen vor: die Palette reicht von silber-grau über beige-grau bis hin zu grau-schwarz meliert.

Die Capra Grigia hat kräftige, nach außen gebogene Hörner.

Diese extensive, robuste Gebirgsziege zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Trittsicherheit aus, bewegt sich äußerst sicher in steilem Gelände und ist sehr alptüchtig. Sie ist bestens an das Tessiner HaJtungssystem angepasst: Lange Alpzeit, freie Haltung, Allmend- weiden bis hin zur Halbwildhaltung.

 

Rassenorganisation

Keine. 1997 wurde dieses Projekt von Pro Specie Rara lanciert und durch die Voce del Sud, die Zweigstelle von Pro Specie Rara in Bellinzona, koordiniert und geleitet. Die Suche nach grauen Geißen konnte losgehen: über Mund zu Mund-Propaganda, via Radio und Zeitungen und in Form von anstrengenden Wanderungen zu abgelegenen Ställen und steilen Alpweiden.

 

Capra Grigia - die graue Bergziege

Die Bergziege aus der Südostschweiz

Auf der ganzen Alepensüdseite kommt diese Bergziege in verschiedenen Grautönen vor. Die Pallete reicht über Silbergrau über Beigegrau bis zu Grauschwarz meliert. Diese Rasse zeichnet sich durch ihre Trittsicherheit und ihre ausgezeichnete Alptüchtigkeit aus.

 In verschiedenen Tessiner und Südbündner Talschaften wurde die graue Bergziege vor über 100 Jahren schriftlich dokumentiert. 1897 wurde sie, unterteilt in drei Farbschläge, aufgeführt: die Livinerziege, mittelschwer, von grauer bis schwarzer Farbe, meist gesprenkelt. Da dieser Schlag auch im Misox und Calancatal vorkommt, wird er auch Misoxer Schlag genannt. Die Blenio-Valmaggia-Ziege (auch Lavizzarerziege genannt) ist kleiner als die Liviner, meist grau mit schwarzen Deckhaaren und schwarzen Füssen; und schließlich die Rivieraziege, die größer als die livinerziege ist, ihr aber sonst sehr ähnlich sieht. Alle haben kräftige, nach außen gebogene Hörner. Auch im Onsernonetal und im Centovalli war diese Rassse verbreitet.Im Dialektwörterbuch der italienischen Schweiz kommen verschiedenste Namen vor, die diese Rasse bezeichnen. So spricht man in Airolo von «cavra ghesa» (grau gesprenkelte Ziege), in Linescio von «cavra broia» (graue Ziege), in Giornico von «bosc blüso> (dunkelgrauer Bock). Dann gibt es noch in Iragna die «müs'- cia» (Ziege mit grauem, gesprenkeltem Fell) und deren hellere Variante, die «cavra brosgia». Im Calancatal wird die Farbe der Ziege mit gebrochenem oder gewaschenem Granit verglichen, je nach Intensität der Farbe. So wie jede Gegend ihren Ziegenschlag hat, kennt auch jede Region, oder sogar jedes Dorf, eine genaue Bezeichnung dafür. Aber auch in anderen Alpentälern, wie z.B. im Tirol und im Trentino (I), hat sich diese Rasse bis in die heutige Zeit gehalten, jedoch ist die graue Ziege auch an diesen Orten vom Aussterben bedroht. da der graue Bestand immer mehr vernachlässigt wird.

In einem Gespräch mit einem ehemaligen Älpler, der über 50 Jahre den Sommer auf einer Alp in der Leventina verbrachte, konnte in Erfahrung gebracht werden, dass seit den fünfziger Jahren die graue Ziege nicht gefördert wurde so wie ihre Schwester, die schwarze Verzasca. Nur in den hintersten Ortschaften der Täler konnte die Capra Grigia überleben. So konnte diese Ziege ihre ursprünglichen Eigenschaften wie die Robustizität, die Anspruchslosigkeit und die Trittsicherheit auf den steilen Hängen erhalten und sogar fördern.

 

 

Ein neues Projekt startet

Damit die graue Bergziege weiterhin die ihr vertrauten Alpwiesen beweiden kann, hat PSR dieses neue Tierprojekt gestartet. Jedem Projekt gehen längere Abklärungen voran. Dies ist die Geschichte der Capra Grigia.

Vor sechs Jahren fiel uns zum ersten Mal im Misox ein grauer Ziegenbock auf. Der Besitzer erklärte, dass es sich dabei um die «alte Calanca-Rasse» handle. Es war ziemlich klar, dass es sich nicht um eine Zufallskreuzung handeln konnte; dazu hatte das Tier zu ausgeprägte! Rassenmerkmale. Nach zusätzlichen Abklärun- gen erfuhren wir von weiteren Tieren dieser Art im Calancatal.

Das war die Zeit, in der die Ziegenzüchter mitten in der CAE-Sanierung steckten und damit zu kämpfen hatten. So mussten die erkrankten Tiere geschlachtet werden. Auch der «graue» Bock, der uns auf die Spur brachte, fiel der Sanierung zum Opfer...die Zeit verging, die meisten Betriebe hatten die CAE-Sanierung fast oder ganz abgeschlossen, es konnte weitergesucht werden. Vor mittlerweile vier Jahren war uns nur ein Betrieb bekannt, der noch einen grauen Bock und etwa ein Dutzend Ziegen hielt. Dieser Bock war aber mit den Ziegen so nahe verwandt, dass wir unbedingt weitere Böcke finden mussten, um Inzuchterscheinungen zu vermeiden. Ein engagierter PSR-Bauer machte uns auf weitere graue Ziegen im Onsernonetal aufmerksam, die zu dieser Zeit auf der Alp weilten. Da die Deckzeit bei Ziegen schon Anfang September beginnen kann, war rasches Handeln geboten, um zu vermeiden, dass diese drei grauen Ziegen von einem andersrassigen Bock gedeckt wurden. Also stiegen wir mit dem Besitzer der Tiere auf besagte Alpen, trieben die Tiere; zusammen und lösten in anstrengender Arbeit «unsere» Ziegen aus der Herde. Mit den drei widerspenstigen I Ziegen am Strick machten wir uns auf den Heimweg, ! um sie zum grauen Bock, der ebenfalls von einer Alp geholt wurde, zu führen. Diese ersten gezielten Paarun- gen brachten uns im nächsten Frühling schöne graue Gitzi mit allen typischen Rassenmerkmalen. Auf unsere Suchaktion hin meldete sich bei der PSR der Verband der Südtiroler Kleintierzüchter. Sie erkannten unsere gesuchten Ziegen als die «blobe Goas» - wie sie dort genannt wird - der graue Schlag der Passeier Ziege.

Wir wurden vom Südtiroler Züchterverband an die erste Bockkörung der Passeier Goas eingeladen und konnten uns davon überzeugen, dass die wenigen aus- gestellten grauen Böcke unseren Kriterien entsprachen: starke Bemuskelung, harte geschlossene Klauen und kurze, breite Köpfe mit kräftigen, nach außen gerichteten Hörnern. Aber auch im Südtirol ist der graue Schlag der Passeier Ziege gefährdet, da in diesem Tal die rotbraunen Tiere bevorzugt werden.

Nach mehreren Aufrufen in Tessiner Lokal- und Landwirtschaftszeitungen meldeten sich einige Ziegenhalter, die noch ein paar wenige graue Tiere in ihrem Bestand hatten. Wir gingen von Tal zu Tal, schauten uns die Gitzi an und entschieden aufgrund der Vorfahren, welche Tiere für unsere Erhaltungszucht in Frage

kamen. Pro Specie Rara kaufte etwa 25 Tiere, welche in Zuchtgruppen (zwei bis drei Ziegen auf einen Bock) aufgeteilt wurden. Diese Zuchtgruppen werden nun von Haltern in der Südschweiz betreut. Die Zicklein aus diesen Zuchtgruppen wurden im Frühjahr 1999 engagierten Neuhaltern zur weiteren Vermehrung anvertraut.

 

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